EU-Richtlinie schreibt Signalfarben bei Verkabelungen vor

Dass unachtsam verlegte Kabel sich im Büro schnell als die sprichwörtliche Bananenschale, sprich Stolperfalle, entpuppen, musste so manche(r) bereits schmerzvoll erfahren. Allein im Jahr 2019 haben die Berufsgenossenschaften mehr als 2700 Stolperunfälle in deutschen Unternehmen verzeichnet, die auf ungesicherte Kabel zurückzuführen waren. Die Kosten, die dem Gesundheitssystem und den Unternehmen daraus entstanden sind, haben nun die Politik zum Handeln bewogen.

Die Europäische Union hat eine neue Richtlinie auf den Weg gebracht, die das Leben der meisten IT-Verantwortlichen in den kommenden Monaten erheblich schwerer machen dürfte. In der neuen EU-Richtlinie (EU3657/BR-20) ist festgelegt, dass alle in Büros verlegten Kabel künftig mit Signalfarben versehen sein müssen. Diese sind – abhängig vom Zweck des jeweiligen Kabels – genau festgelegt.

In der Richtlinie ist zu lesen, dass etwa Kabel zum Anschluss eines Druckers in Neon-Grün zu halten sind. Verbindungen, die dem Anschluss eines Arbeitsplatzcomputers an das Firmennetzwerk dienen, sind hingegen in Neon-Gelb zu markieren.

Übergangsfrist bis 31.12.2021

Die neuen Vorgaben beziehen sich aktuell nur auf von Menschen regelmäßig genutzte Büroräume. Es gibt jedoch eine Übergangsfrist bis 31.12.2021, nach der die Richtlinie auch für Serverräume und Rechenzentren umgesetzt sein muss.

Ebenso müssen nach dem Ende der Übergangsfrist weitere Kabeltypen mit entsprechenden Signalfarben markiert sein. Stromführende Kabel sollen demnach mit Orange markiert sein. Verlängerungskabel und Mehrfachsteckdosen sollen je nach Anzahl der verfügbaren Anschlüsse gesonderte Markierungen erhalten.

Neue Kabeltypen im Dunkeln erkennbar

Neben diesen Vorgaben wurde durch die neue Richtlinie auch die Sicherheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Spät- und Nachtschichten verbessert. Die ab 2022 einzusetzenden Kabel sind dann nicht nur mit leuchtenden Signalfarben zu versehen, sondern müssen darüber hinaus auch fluoreszierend sein. So soll sichergestellt werden, dass auch bei schlechten Lichtverhältnissen eine ausreichende Erkennbarkeit der Kabel gewährleistet werden kann.

Erste Hersteller haben bereits reagiert und die Umstellung auf die neuen Farben angekündigt. Der größte Schweizer Hersteller “Wire IT Zurich” hat kurz nach Bekanntwerden der EU-Richtlinie seine gesamte Produktion auf die neuen vorgeschriebenen Farben ausgerichtet. Entsprechende EU-konforme Kabel sind demnach in Kürze über den Groß- und Fachhandel zu beziehen.

Add-on Updates für i-doit

Auch wir von i-doit haben entsprechend reagiert. Künftig können die Farbmarkierungen im Verkabelungs-Add-on verwaltet werden. Da sich IT-Administratoren nun mit dem Austausch von Kabeln befassen müssen, haben wir die Add-ons “Gerätetausch” und “Entsorgung” entsprechend angepasst.

Um den Austausch und die Dokumentation der Kabel zu beschleunigen, haben wir darüber hinaus eine App entwickelt, mit der über die Kamera des Smartphones die jeweilige Signalfarbe automatisch erkannt und in i-doit gespeichert werden kann. Ebenso kann die App anhand der Farbe den Verwendungszweck des jeweiligen Kabels erkennen und so z. B. auch WLAN-Kabel korrekt in der IT-Dokumentation hinterlegen.

Alle Anwender von i-doit ab Version 1.14.1 werden in Kürze über einen Sonder-Newsletter entsprechend informiert.

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P.S.: Einen schönen 1. April wünscht das Team von i-doit wink

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