Nach den ersten Besprechungen mit den Stakeholdern im CMDB Projekt nimmt sich Max Admin als Projektleiter Zeit, um sich genauer in die Materie einzulesen. Er findet einige Artikel, Whitepapers und Erfahrungsberichte im Internet. Seine Zusammenfassung: “Wenn ein CMDB Projekt scheitert, dann zumeist an hohen Erwartungen”. Die Eingrenzung des „Scope“ ist elementar für den Erfolg des Projekts.

Er kennt jedoch auch seine KollegInnen in der IT Abteilung: Wenn man nicht selbst Hand anlegen kann, wird ein Tool eingeführt, das keiner nutzt. Der Spieltrieb will befriedigt werden. Ein wenig Forschung muss dabei sein. Hier den Mittelweg zu finden ist der Ca­sus knack­sus.

Was Max immer wieder liest: „Man muss sich beim CMDB Aufbau entscheiden, ob man Bottom Up oder Top Down vorgeht.“ Er übersetzt das seinem Team in einer Projektbesprechung so: 

 

 

„Investieren wir unsere Energie in die Dokumentation der Infrastruktur und erheben dort möglichst Alles und bis ins Detail?

Bottom Up Tree View
Top Down Tree View

 

 

Oder gehen wir von den wichtigen Systemen bzw. IT Services nur dort in die Details wo es wirklich nötig ist?“.

Die Entscheidung ist nicht einfach zu treffen – sein Team ist dafür, möglichst rasch die Infrastruktur komplett zu dokumentieren, am besten „Alles“. Max versteht den Wunsch, denn diese Informationen endlich an einer Stelle zu haben, nicht mehr doppelt und dreifach dokumentieren müssen, klingt erstmal gut. Aber sie ahnen bereits: manuell und “einfach so” geht das nicht. Darüber hinaus steht die Welt ja nicht still: laufend kommt Neues hinzu, Änderungen geschehen täglich. Diese müssen sofort wieder in der Dokumentation berücksichtigt werden. “Alles” ist also ein ziemlich hoher Anspruch. Wer Sandkörner zählt …

Eine Unsicherheit kommt noch dazu, wie eine Kollegin formuliert: “Top Down Ansatz” klingt ja gut und effizient – aber wie soll der gehen? Den hat bei uns ja noch niemand beschritten!”.