1. Kabelmanagement-Software: So dokumentieren Sie Ihre Verkabelung lückenlos
2. Was ist eine Kabelmanagement-Software?
3. Kabelmanagement-Software und DCIM: Was ist der Unterschied?
4. Welche Fehler entstehen ohne Network-Cable-Management-Software?
5. Was gehört zu einem strukturierten Cable-Mapping-Prozess?
6. Wie unterstützt der PATCH MANAGER von i-doit das Kabelmanagement?
7. Kabelmanagement als eigene Disziplin neben dem Rechenzentrumsbetrieb
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Techniker steht vor einem Serverschrank und muss herausfinden, welches der 48 Kabel zu welchem Gerät führt. Fehlt eine aktuelle Dokumentation, bleibt häufig nur die manuelle Suche: Jedes Kabel muss einzeln verfolgt werden. Je nach Aufbau kann das mehrere Stunden in Anspruch nehmen.
Was bei einem einzelnen Serverschrank bereits äußerst mühsam ist, wird mit zunehmender Größe der Infrastruktur zur großen Herausforderung. Denn in Rechenzentren, Bürogebäuden und weitläufigen Außennetzen verbinden zahlreiche Kabel, Ports und Verzweigungen eine Vielzahl von Geräten. Ohne verlässliche Dokumentation und geeignete Software-Unterstützung geht dabei schnell der Überblick über die Verkabelung verloren.
Eine präzise Übersicht ist deshalb unverzichtbar: Welches Kabel verbindet welchen Port mit welchem Gerät? Und wie lässt sich die Verkabelung auch bei Änderungen zuverlässig dokumentieren? Hier setzt Kabelmanagement-Software an. Erfahren Sie, welche Aufgaben sie übernimmt, wie sie sich von DCIM-Lösungen abgrenzt und wie Sie Ihre Kabelinfrastruktur effizient und dauerhaft dokumentieren können.
Eine Kabelmanagement-Software dokumentiert die physische Verkabelung zwischen Ports, Patch-Panels und Endgeräten und macht einzelne Verbindungen jederzeit nachvollziehbar. Im Mittelpunkt steht dabei die Kabelebene. Aspekte wie Flächennutzung oder Energieverbrauch gehören nicht zum eigentlichen Aufgabenbereich.
Je nach Anbieter wird eine solche Lösung auch als Cable-Mapping-Tool oder Cable-Management-Software bezeichnet. Unabhängig vom verwendeten Begriff geht es um die softwaregestützte Verwaltung von Kabeln, Anschlüssen und Verbindungswegen innerhalb der physischen Infrastruktur. Das umfasst sowohl die Verkabelung innerhalb von Gebäuden (Inside Plant, ISP) als auch weitläufige Außeninfrastrukturen (Outside Plant, OSP).
Eine strukturierte Kabeldokumentation orientiert sich an etablierten Verkabelungsstandards wie ANSI/TIA-568 oder ISO/IEC 11801. Sie definieren die Kategorien für Kupferkabel (von Cat 5e bis Cat 8) sowie für verschiedene Fasertypen wie OM3, OM4 und OS2. Eine Kabelmanagement-Software ersetzt jedoch nicht die fachgerechte Planung nach diesen Standards. Sie unterstützt vielmehr dabei, die eingesetzten Kabel- und Steckertypen, Verbindungen und Streckenlängen konsistent und nachvollziehbar zu erfassen.
Wer eine Erweiterung plant, sollte daher die Dokumentation von Anfang an mitführen. Bereits in der Planungsphase unterstützt eine geeignete Structured-Cabling-Design-Software dabei, Kabeltypen, Anschlüsse und Verbindungswege systematisch festzulegen. Dadurch lassen sich Planungsfehler frühzeitig erkennen und spätere Erweiterungen einfacher, schneller und zuverlässiger umsetzen.
DCIM-Software bildet die physische Infrastruktur eines Rechenzentrums ganzheitlich ab. Dazu gehören unter anderem Flächen, Racks, Energieversorgung, Kühlung und technische Assets. Kabelmanagement-Software konzentriert sich dagegen auf die Kabelebene und die damit verbundene Konnektivität. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kabel innerhalb eines Rechenzentrums, eines Bürogebäudes oder eines Glasfaser-Außennetzes verlaufen.
| Kriterium | DCIM-Software | Kabelmanagement-Software |
| Fokus | Flächen, Racks, Energie, Kühlung, Assets | Kabel, Patch-Panels, Ports, Fasern, Verbindungswege |
| Typischer Einsatzort | Rechenzentrum | Rechenzentrum, Bürogebäude, OSP-Glasfasernetz |
| Detailgrad der Verkabelung | Verkabelung als Teil der Gesamtinfrastruktur | Detaillierte Abbildung einzelner Kabel, Fasern, Verbindungen und Routen |
| Typische Fragestellung | Wo sind Flächen-, Strom- oder Kühlkapazitäten verfügbar? | Welches Kabel verbindet welche Ports bzw. Geräte? |
| Primärer Nutzen | Planung und Verwaltung der physischen Rechenzentrumsinfrastruktur | Planung, Dokumentation und Nachverfolgung der physischen Verkabelung |
In der Praxis gibt es Überschneidungen zwischen beiden Bereichen, da auch DCIM-Systeme Verkabelungen erfassen können. Der wesentliche Unterschied liegt im Detailgrad der Abbildung. Eine spezialisierte Kabelmanagement-Software kann bis auf die einzelne Faser innerhalb eines Kabels gehen und beispielsweise Spleißpunkte sowie konkrete Kabelrouten detailliert dokumentieren. In einer DCIM-Software ist die Verkabelung hingegen meist nur einer von mehreren Aspekten neben Racks und Energieversorgung.
DCIM und Kabelmanagement sind daher weniger als konkurrierende Lösungen zu verstehen, sondern vielmehr als Systeme mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Während DCIM die gesamte physische Infrastruktur im Blick behält, ermöglicht Kabelmanagement eine besonders detaillierte Planung und Dokumentation der Verkabelung.
Ohne eine strukturierte Kabelverwaltung entstehen im Arbeitsalltag zahlreiche Fehlerquellen. Fehlt eine zentrale Network-Cable-Management-Software, werden Änderungen häufig dezentral von einzelnen Mitarbeitern dokumentiert oder lediglich mündlich weitergegeben. Ein einheitlicher und nachvollziehbarer Prozess fehlt. Dadurch können typische Fehler entstehen:
Fehlende oder uneinheitliche Beschriftung: Gibt es kein einheitliches Schema für die Kennzeichnung der Kabel, wird bereits das Umstecken einer Verbindung zum Risiko.
Verwechslung von Fasern: Bei Glasfaserstrecken mit mehreren Fasern pro Kabel kann eine fehlende Dokumentation auf Faserebene dazu führen, dass Techniker die falsche Faser trennen oder spleißen. Eine dedizierte Fiber-Cable-Management-Software reduziert das Risiko durch eine lückenlose Dokumentation jeder einzelnen Faser.
Nicht dokumentierte Kabelwege: Sind Kabelrouten durch Trassen und Kabelkanäle nicht ausreichend erfasst, lässt sich vor der Verlegung eines neuen Kabels nur schwer beurteilen, welche Kapazitäten noch verfügbar sind.
Besonders kritisch wird die fehlende Dokumentation an den Übergabepunkten zwischen Innen- und Außennetz. Führt beispielsweise eine Glasfaserstrecke vom Gebäude zu einem Straßenverteiler und von dort weiter zu einem anderen Standort, lässt sich der vollständige Verbindungsweg ohne durchgängige Dokumentation nur schwer nachvollziehen.
Ein strukturierter Cable-Mapping-Prozess umfasst mehrere aufeinander aufbauende Arbeitsschritte, die sich gezielt auf die physische Verkabelung konzentrieren:
Patch-Panels und Ports erfassen: Jedes Patchfeld wird mit seiner Portanzahl, der aktuellen Belegung und dem jeweiligen Standort dokumentiert. Das Patch-Panel-Cable-Management stellt sicher, dass auch spätere Umsteckungen nachvollziehbar bleiben.
Kabeltyp und Norm festlegen: Für jede Verbindung wird der verwendete Kabeltyp anhand der jeweiligen Kategorie oder des Fasertyps dokumentiert, beispielsweise Cat 6A oder OM4. Die entsprechenden Vorgaben stammen aus der Structured-Cabling-Design-Software, mit der die Verkabelung ursprünglich geplant wurde.
Verbindungen Ende-zu-Ende abbilden: Jeder Kabelabschnitt wird mit den zugehörigen Anschlusspunkten dokumentiert. So lässt sich der gesamte Verbindungsweg über alle beteiligten Patchfelder und Spleißstellen hinweg nachvollziehen.
Kabelrouten dokumentieren: Der physische Verlauf der Kabel durch Trassen, Schächte oder Kabelkanäle wird exakt erfasst. So lassen sich auch die vorhandenen Kapazitäten und mögliche Engpässe einzelner Kabelwege frühzeitig erkennen.
Beschriftung standardisieren: Ein einheitliches Label-Schema für Kabel und Ports reduziert das Risiko von Verwechslungen bei manuellen Arbeiten am Patch-Panel. Denn selbst eine umfassende Softwarelösung ist nur dann hilfreich, wenn Techniker das dokumentierte Kabel vor Ort eindeutig identifizieren und am Patch-Panel wiederfinden können.
Mit dem PATCH MANAGER von i-doit dokumentieren und verwalten Sie Verkabelungen unabhängig davon, ob diese durch ein Rechenzentrum, ein Bürogebäude oder ein Glasfaser-Außennetz verlaufen. Als Network-Cable-Management-Software bildet der PATCH MANAGER sämtliche Netzsegmente zentral in einem System ab. Neben den Verbindungen lassen sich auch Racks und Systeme verwalten, sodass Kabel, Racks und Geräte an einer zentralen Stelle dokumentiert und gepflegt werden.
Für die Verbindungsverfolgung bildet der PATCH MANAGER die vollständige End-to-End-Konnektivität ab – unabhängig vom verwendeten Kabeltyp und von der Anzahl der dazwischenliegenden Patch- und Spleißpunkte. In Glasfasernetzen ermöglicht die Software zudem eine Dokumentation auf Faserebene. Einzelne Fasern innerhalb eines Kabels lassen sich dadurch separat verfolgen und mit Spleißpunkten oder Reserve-Fasern verknüpfen. Damit eignet sich der PATCH MANAGER auch als Fiber-Cable-Management-Software für die detaillierte Dokumentation komplexer Glasfaser-Backbones.
Auch das Cable-Label-Management lässt sich mit dem PATCH MANAGER zentral steuern. Manuelle und automatische Beschriftungsfunktionen ermöglichen ein einheitliches Schema über die gesamte Verkabelung hinweg. Für OSP-Netze bietet die Software zusätzlich Funktionen für das Spleißmanagement und die Anbindung an Inside Plants. Dadurch lässt sich beispielsweise eine durchgängige Faserstrecke vom Straßenverteiler bis zum Endgerät im Gebäude in einem einzigen System abbilden.
Änderungen an Patch-Panels und Kabelwegen lassen sich über Work Orders dokumentieren. Moves, Adds und Changes können einschließlich der benötigten Materialien geplant werden, bevor ein Techniker vor Ort eine Verbindung umsteckt. Ist i-doit bereits für die CMDB-Automatisierung im Einsatz, lässt sich die Kabelebene zudem direkt mit der logischen IT-Dokumentation verknüpfen. So können beispielsweise Switch-Ports mit den jeweils angeschlossenen physischen Patchkabeln verbunden und damit physisch eindeutig zugeordnet werden.
Kabelmanagement ist weit mehr als ein Teil der allgemeinen Dokumentation von Rechenzentren. Es handelt sich um eine eigenständige Disziplin mit spezifischen Anforderungen und Fehlerquellen. Sind Patch-Panels, Fasern, Kabelverbindungen und Kabelwege übersichtlich dokumentiert, lassen sich Fehler schneller finden und beheben. Das gilt für Rechenzentren ebenso wie für Bürogebäude und Glasfaser-Außennetze.
Sie setzen heute noch auf Sichtprüfung und Gedächtnis, um ein Kabel am Patch-Panel zu identifizieren? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf eine professionelle Kabelmanagement-Software wie den PATCH MANAGER umzusteigen. So schaffen Sie eine verlässliche Grundlage für den laufenden Betrieb und sind auch für die nächste größere Erweiterung Ihrer Verkabelungsinfrastruktur vorbereitet.